Seit Februar 2026 testet OpenAI seine Ads-Plattform in ChatGPT und treibt den Ausbau des neuen Werbekanals mit hohem Tempo voran. Nach dem Start in den USA folgten Kanada, Australien und Neuseeland, seit Juni 2026 ist mit Großbritannien nun auch der erste europäische Markt live. Damit rückt ein Deutschland-Launch spürbar näher und ChatGPT Ads werden zunehmend zu einem Thema, mit dem sich Werbetreibende schon heute beschäftigen sollten.
ChatGPT als neuer Werbekanal: Der Status quo
Die Reichweite ist enorm: ChatGPT zählt inzwischen über 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer:innen, und mehr als 2,5 Milliarden Prompts werden täglich verarbeitet.1 2 Rund 20 % der Konversationen zeigen bereits Shopping-Intent, und 58 % der Nutzer:innen greifen für Produktempfehlungen inzwischen lieber auf KI-Tools als auf klassische Suchmaschinen zurück.3
Der Zeitpunkt ist günstig, sich mit dem neuen Kanal auseinanderzusetzen: Branchenanalyst:innen rechnen aktuell mit einem Launch in Deutschland zwischen Q4 2026 und H1 2027. Unternehmen, die bereits heute Erfahrungen sammeln, können Prozesse aufsetzen, passende Creatives entwickeln und bereits erste wertvolle Learnings mitnehmen, bevor ChatGPT Ads hierzulande flächendeckend verfügbar werden.
Die Formate: Link-Ads und Product-Feed-Ads
Aktuell stehen zwei Werbeformate zur Verfügung:
Format | Beschreibung | Besonders geeignet für |
Link-Ads | Kontextbezogene Anzeige unterhalb einer ChatGPT-Antwort, mit Bild, Headline und Beschreibungstext | Markenbekanntheit, Leadgenerierung, Traffic |
Product-Feed-Ads | Anbindung des eigenen Produktfeeds, wodurch Produkte sowohl organisch als auch gesponsert in Antworten erscheinen können | E-Commerce, Retail, Sortimente mit vielen Einzelprodukten |
Die Formate sind eng an die jeweilige Konversation angebunden und werden dezent in den Antwort-Flow eingebettet. Die Werbewirkung entsteht dabei vor allem über die inhaltliche Relevanz zur Nutzerfrage, nicht über eine möglichst auffällige Platzierung.
Targeting und Abrechnung: Kontext statt Zielgruppe
Beim Targeting geht ChatGPT bislang einen anderen Weg als viele etablierte Werbeplattformen: Nicht demografische Merkmale oder Interessen stehen im Mittelpunkt, sondern der Kontext der jeweiligen Nutzeranfrage. Wer Kampagnen schaltet, definiert also die thematischen Umfelder, in denen Anzeigen erscheinen sollen.
Seit Kurzem gibt es zudem die Möglichkeit, mit benutzerdefinierten Zielgruppen (Custom Audiences) zu arbeiten. So kann bspw. mit Kundenlisten gezieltes Retargeting umgesetzt werden, etwa um bestehende Kund:innen gezielt anzusprechen oder von Kampagnen auszuschließen.
Abgerechnet wird über CPC und CPM in einem Auktionsmodell. Die CPMs liegen je nach Ziel, Aussteuerung und Wettbewerbssituation zwischen 15 € und 60 €, die CPCs bewegen sich aktuell zwischen 2 € und 3 €. Die CTR liegt aktuell je nach Optimierung durchschnittlich bei 0,4 % bis 1,4 %, wir sehen allerdings auch einen graduellen Anstieg, der auf zunehmende Relevanz hinweist. Aktuell ist es noch nicht möglich, direkt auf Conversion-Signale zu optimieren, allerdings lässt sich seit kurzem zumindest ein Conversion-Tracking implementieren.
Fazit: Jetzt vorbereiten und First-Mover-Vorteil nutzen
ChatGPT Ads befinden sich zwar noch in der Beta-Phase, entwickeln sich aber mit hoher Geschwindigkeit weiter. Noch sind Anzeigenformate und Targeting-Möglichkeiten überschaubar, regelmäßig kommen jedoch neue Funktionen hinzu, zuletzt etwa Custom Audiences, Conversion-Tracking und neue Ad-Layouts.
Als eine der wenigen Agenturen in Deutschland sind wir bereits mit ersten Kunden live und konnten wertvolle Learnings sammeln. Mit dem UK-Launch sind ChatGPT Ads nun auf europäischem Boden angekommen. Werbetreibende, die in Großbritannien (oder den USA, Kanada & Co.) aktiv sind, können den innovativen Kanal schon heute nutzen.
Quellen:
[1] ChatGPT reaches 900M weekly active users – TechCrunch, 27.02.2026, https://techcrunch.com/2026/02/27/chatgpt-reaches-900m-weekly-active-users/
[2] ChatGPT users send 2.5 billion prompts a day, 21.07.2026, https://techcrunch.com/2025/07/21/chatgpt-users-send-2-5-billion-prompts-a-day/
[3] OpenAI; CapGemini “What Matters to Today’s Consumer”, 2025; Adobe 2026 AI and Digital Trends Consumer Report