2. Oktober 2026

·

16 Min. Lesezeit

Digital PR für die KI-Suche: Wie wir Marken mit Datenstorys sichtbarer machen

Pia Schreiber

Dr. Pia Schreiber

Senior Content & PR Specialist

construktiv GmbH

Wer bei Google sichtbar sein möchte, investiert in SEO. Doch was passiert, wenn potenzielle Kund:innen ihre Fragen nicht mehr ausschließlich bei Google eingeben, sondern ChatGPT, Gemini oder Claude nach Produkten, Anbietern und Empfehlungen fragen? Für Unternehmen entsteht damit eine neue Aufgabe: Sie müssen ihre digitale Sichtbarkeit über die eigene Website hinausdenken.

 

Bei construktiv verbinden wir deshalb Digital PR mit SEO/GEO, Datenanalysen und der Analyse von KI-Sichtbarkeit. Unser Ziel: Themen identifizieren, bei denen eine Marke sichtbarer werden soll, dafür relevante und zitierfähige Inhalte schaffen und diese gezielt außerhalb der eigenen Website platzieren.

Warum Digital PR für KI-Sichtbarkeit interessant wird

Bei klassischer SEO konzentriert sich ein großer Teil der Arbeit auf die eigene Website: technische Voraussetzungen schaffen, Suchintentionen verstehen, Inhalte optimieren und Autorität aufbauen. Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen müssen wir das Bild erweitern.

Wenn Nutzer:innen beispielsweise nach geeigneten Produkten, relevanten Unternehmen oder einer Empfehlung zu einem bestimmten Thema fragen, begegnen KI-Systeme einer Vielzahl von Informationen und Quellen im Web.

 

Für Marken wird deshalb die Frage interessant: Wie präsent sind wir eigentlich außerhalb unserer eigenen Website – und in welchen thematischen Zusammenhängen findet unsere Marke dort statt? Genau hier setzt Digital PR an:

 

Digital PR kann relevante Erwähnungen auf externen Websites schaffen, neue Verlinkungen erzeugen und eine Marke mit bestimmten Themen verbinden. Unser Ansatz bei construktiv geht deshalb über klassische Medienarbeit hinaus. Wir verbinden die Frage „Wo wollen wir mit unserer Marke digital sichtbarer werden?“ direkt mit der Frage „Welche PR-Maßnahme kann uns dabei helfen?“

Erst die Sichtbarkeitslücke, dann die PR-Idee

Eine gute Digital-PR-Kampagne beginnt für uns nicht mit einem Brainstorming für möglichst aufmerksamkeitsstarke Headlines. Sie beginnt mit Daten. Wir analysieren zunächst, wie eine Marke in ihrem relevanten digitalen Umfeld aufgestellt ist. Dabei betrachten wir je nach Projekt unter anderem:

 

  • relevante Suchanfragen und Themenfelder,
  • organische Sichtbarkeit bei Google,
  • Erwähnungen und Verlinkungen,
  • Wettbewerber und deren digitale Präsenz,
  • relevante Fragen und Prompts in KI-Systemen,
  • Marken- und Wettbewerbernennungen in ChatGPT & Co.,
  • Quellen und Themenumfelder, die bei KI-Antworten eine Rolle spielen.

 

Damit können wir konkrete Sichtbarkeitspotenziale identifizieren. Vielleicht wird ein Wettbewerber bei einer bestimmten Fragestellung regelmäßig genannt, während die eigene Marke kaum vorkommt. Vielleicht besitzt ein Unternehmen große fachliche Expertise zu einem Thema, ist außerhalb der eigenen Website damit aber kaum präsent. Genau daraus entsteht der strategische Ausgangspunkt für Digital PR.

Unser Ansatz: Sichtbarkeitspotenziale mit Datenstorys besetzen

Ist ein relevantes Themenfeld identifiziert, entwickeln wir daraus eine Geschichte. Besonders interessant sind für uns dabei datenbasierte PR-Assets. Je nach Marke und Thema können wir beispielsweise mit

 

  • Google-Suchdaten,
  • öffentlich verfügbaren Datensätzen,
  • eigenen Erhebungen und Umfragen,
  • regionalen Daten,
  • zeitlichen Entwicklungen,
  • verschiedenen miteinander kombinierten Datenquellen

 

arbeiten.

 

Daraus können Rankings, Indizes, Trendanalysen, Studien oder andere journalistisch interessante Geschichten entstehen. Wichtig ist uns dabei: Wir entwickeln nicht irgendeine Datenstory, nur weil sie Aufmerksamkeit erzeugen könnte. Das Thema soll auf ein zuvor identifiziertes Sichtbarkeitspotenzial einzahlen und zur gewünschten Positionierung der Marke passen.

Ein Beispiel: Von der KI-Analyse zur PR-Story

Angenommen, eine Marke aus dem Ernährungsbereich möchte bei einem bestimmten Gesundheitsthema stärker wahrgenommen werden. Unsere Analyse zeigt, dass das Thema sowohl bei Google als auch in KI-Systemen stark nachgefragt wird. Die Marke selbst wird bei entsprechenden Fragen allerdings selten genannt. Stattdessen dominieren Wettbewerber, Ratgeberportale und redaktionelle Medien. Damit haben wir zunächst eine konkrete Lücke identifiziert.

Visualisierung einer Person, die Datenstorys für verschiedene Kanäle entwickelt

Dabei stellt sich die Frage: Welche neuen und relevanten Informationen, die das Themenfeld bereichern, können wir bereitstellen?

 

Eine Möglichkeit wäre beispielsweise eine eigene Datenauswertung. Suchdaten könnten zeigen, wie stark sich Menschen in unterschiedlichen Regionen oder zu verschiedenen Jahreszeiten mit dem Thema beschäftigen. Ergänzt um weitere Daten oder eine kleine Befragung könnte daraus eine eigene Untersuchung entstehen.

 

Die Ergebnisse veröffentlichen wir als zitierfähiges Asset auf der Website der Marke und bereiten daraus unterschiedliche Geschichten für relevante Medien auf. So entsteht eine Verbindung aus Owned Content, Daten und Earned Media.

Datenstorys schaffen einen Grund, eine Marke zu zitieren

Genau darin liegt für uns die Stärke datenbasierter Digital PR. Unternehmen verfügen häufig über umfangreiches Wissen in ihrem Markt. Für externe Medien gibt es allerdings nicht automatisch einen Anlass, darüber zu berichten oder auf die Website des Unternehmens zu verlinken. Eine exklusive Datenstory kann diesen Anlass schaffen.

 

Wenn eine Marke eine neue Untersuchung, ein interessantes Ranking oder eine überraschende Analyse veröffentlicht, entsteht etwas, auf das andere Bezug nehmen können.

 

Im Idealfall entstehen daraus:

 

  • redaktionelle Erwähnungen,
  • relevante Backlinks,
  • Brand Mentions,
  • zusätzliche Reichweite,
  • neue thematische Verbindungen zwischen Marke und Thema.

 

Damit kann eine einzelne Digital-PR-Maßnahme auf unterschiedliche Marketingziele einzahlen.

Vertrauenswürdige Daten als Basis für KI-Zitierfähigkeit

Datenstorys schaffen nicht nur einen konkreten Anlass für Medien, eine Marke zu erwähnen. Sie können Inhalte auch für KI-Systeme leichter erfassbar und zitierfähig machen. Klar strukturierte Ergebnisse, eine transparent beschriebene Methodik und die nachvollziehbare Einbindung wissenschaftlicher oder anderer belastbarer Quellen erleichtern es, Aussagen einzuordnen und auf ihren Ursprung zurückzuführen. Das erhöht zwar nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit, in einer KI-Antwort genannt zu werden, schafft aber wichtige Voraussetzungen dafür.

 

Vertrauenswürdiger Content bildet damit die gemeinsame Basis für Digital PR und KI-Zitierfähigkeit: Journalist:innen erhalten relevante, überprüfbare Informationen für ihre Berichterstattung, während im Web eindeutige Quellen und thematische Bezüge entstehen, die auch KI-Systeme berücksichtigen können.

 

Werden die Ergebnisse zusätzlich von etablierten Medien aufgegriffen und mit der Marke verknüpft, stärkt das ihre Präsenz im relevanten Themenumfeld, sowohl in der klassischen Suche als auch in KI-basierten Such- und Antwortsystemen.

Wir denken Distribution direkt mit

Die beste Datenstory bringt wenig, wenn niemand von ihr erfährt. Deshalb endet unser Ansatz nicht bei der Erstellung des Contents. Wir überlegen bereits bei der Konzeption, für welche Medien und Zielgruppen eine Geschichte interessant sein könnte.

Landkarte mit Lupe und verschiedenen Diagrammen

Eine Datenanalyse kann beispielsweise einen bundesweiten Aufhänger besitzen und gleichzeitig zahlreiche regionale Geschichten ermöglichen. Ein Ranking kann für Fachmedien anders aufbereitet werden als für Publikumsmedien. Diese Perspektive fließt schon in die Auswahl der Daten und die Entwicklung der Story ein. Anschließend geht es darum, das Asset gezielt zu verbreiten und relevante Medien und digitale Plattformen auf die Ergebnisse aufmerksam zu machen.

 

Digital PR wird damit nicht nachträglich auf einen vorhandenen Inhalt gesetzt. PR-Fähigkeit ist Teil der Konzeption.

Von Backlinks bis KI-Sichtbarkeit: Erfolg breiter messen

Auch bei der Erfolgsmessung verbinden wir unterschiedliche Perspektiven. Klassische PR-Kennzahlen bleiben relevant: Welche Medien haben berichtet? Welche Reichweite wurde erzielt?

 

Für Digital PR interessieren uns zusätzlich die entstandenen Backlinks, Brand Mentions und die thematische Qualität der Veröffentlichungen. Und wir können noch einen Schritt weitergehen: Wenn wir vor der Kampagne definiert haben, bei welchen Themen und Fragestellungen eine Marke sichtbarer werden soll, können wir diese anschließend erneut betrachten. Wie entwickelt sich die organische Sichtbarkeit? Welche neuen Quellen sind entstanden? Wird die Marke häufiger im gewünschten Kontext genannt? Und verändert sich perspektivisch auch ihre Präsenz bei relevanten Fragen in KI-Systemen?

 

So entsteht ein Kreislauf: Analysieren → Potenziale erkennen → Datenstory entwickeln → distribuieren → Sichtbarkeit messen → weiter optimieren.

Digital PR, SEO und GEO zusammendenken

Für uns ist genau diese Verbindung entscheidend: SEO, Digital PR und GEO sollten nicht in getrennten Silos stattfinden. SEO hilft uns zu verstehen, wonach Menschen suchen und welche Themen digital relevant sind.

 

Die Analyse von KI-Antworten zeigt uns, wie Marken und Wettbewerber in neuen Suchumgebungen auftreten. Daten liefern die Grundlage für eigene, exklusive Geschichten. Digital PR bringt diese Geschichten in relevante externe Quellen. Und anschließend können wir messen, welchen Effekt die Maßnahmen auf die digitale Präsenz einer Marke haben.

 

Bei construktiv haben wir dafür einen Werkzeugkasten aus SEO/GEO, KI-Analyse, Daten, Content und Digital PR aufgebaut, mit dem wir diese Schritte miteinander verbinden können.

Auch als Digital-PR-Pilot möglich

Der Einstieg muss dabei keine groß angelegte Kampagne sein. Gerade für Unternehmen, die Digital PR und KI-Sichtbarkeit zunächst testen möchten, kann ein klar abgegrenzter Pilot sinnvoll sein.

 

Wir identifizieren gemeinsam ein relevantes Sichtbarkeitspotenzial, entwickeln dafür eine überschaubare Datenstory und spielen diese gezielt an passende Medien aus.

 

Anschließend betrachten wir die Ergebnisse: Welche Veröffentlichungen und Brand Mentions sind entstanden? Welche Websites haben verlinkt? Welche Reichweite wurde erzielt? Und welche Entwicklung sehen wir bei der relevanten Google- und KI-Sichtbarkeit?

 

So lässt sich mit einem überschaubaren Projekt herausfinden, welches Potenzial datenbasierte Digital PR für die eigene Marke besitzt.

Fazit: Gute Digital PR beginnt für uns mit Sichtbarkeit

Digital PR war schon immer mehr als das Versenden einer Pressemitteilung. Durch KI-basierte Suche bekommt die Disziplin aus unserer Sicht aber eine zusätzliche strategische Bedeutung. Denn Marken müssen heute nicht nur darüber nachdenken, was auf ihrer eigenen Website steht.

 

Sie sollten auch verstehen, wo sie im restlichen Web vorkommen, wer über sie spricht, in welchen Zusammenhängen sie genannt werden und welche digitalen Quellen ihre Positionierung stützen.

Inhaltsverzeichnis

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Dr. Pia Schreiber
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