15. April 2025

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14 Min. Lesezeit

TikTok Marketing 2025: 5 Tipps für erfolgreiche Markenkommunikation

Desena Geist, Social Media Managerin, construktiv

Desena Geist

Social Media Managerin
construktiv GmbH

TikTok ist längst nicht mehr nur eine Trendplattform für die Gen Z. Millionen von Menschen können authentisch und kreativ erreicht werden. Der Social Media Dienst hat sich mittlerweile als Marketingkanal etabliert. Marken sollten ihn bedienen, um relevant und nah an der Zielgruppe zu bleiben und Marketingziele kreativ zu erreichen. Auf TikTok sind die Spielregeln im Vergleich zu den anderen Playern wie Instagram, YouTube & Co. aber andere! Mit generischen Werbevideos kommen Marken hier nicht weiter. Stattdessen gilt: authentisch, interaktiv und trendbewusst sein. Marken müssen emotionalisieren und auf Augenhöhe kommunizieren.

 

Wie das gelingt? Wir geben 5 essenzielle Tipps, mit denen deutsche Marken auf TikTok im Jahr 2025 durchstarten können.

Tipp 1: Creatives sind der neue Maßstab – Authentizität, Emotionen und Kreativität statt reiner Werbung

TikTok-Nutzer:innen wollen Emotionen: Authentische, spontane und innovative Inhalte mit Storytelling gefragt

Werbung, die an einen nullachtfünfzehn TV-Werbespot erinnert, der auch ein Kampagnen-Plakat hätte sein können, funktioniert auf TikTok nicht. Niemand möchte noch mehr Werbung sehen. Deshalb darf diese auch nicht wie solche wirken, sondern muss plattformgerecht gestaltet sein und sollte sich so nahtlos wie möglich in den regulären Content einfügen. Gefragt ist authentisches Storytelling mit echten Emotionen und Kreativität. Dabei performen spontan wirkende Inhalte am besten. Nutzer:innen wollen hinter die Kulissen blicken, echten Mehrwert bekommen oder unterhalten werden.

Konkrete Umsetzung

  • Echte Menschen hinter der Marke zeigen – Mitarbeitervideos & Storytelling funktionieren besser als klassische Ads
  • Auf native Formate setzen Selfie-Videos oder Lo-Fi-Produktionen kommen natürlicher rüber
  • Die verschiedenen TikTok-Funktionen nutzen – Visual Hooks, Text-Overlays, Transitions, Voice Over, Untertitel, Videoantworten, Filter, Sounds und wenn möglich Duette, Stitches etc.
  • In Echtzeit reagieren – spontane Reaktionen auf Trends oder Kommentare wirken nahbar und sympathisch
  • Die Zielgruppe kennen – der Content muss sie auch wirklich ansprechen und nicht nur das Produkt/ die Leistung oder die Corporate Identity kommunizieren
  • Kreativ sein – innovativen Content kreieren, der zur eigenen Nische passt. Auch mal out-of-the-box denken und etwas Neues ausprobieren

Best Practice Beispiel: Duolingo begeistert Millionen mit seinem frechen Maskottchen, das Trends kreativ aufgreift. Gerade erst hat der Tod des Maskottchens, der als digitaler Guerilla-Stunt über alle Länderprofile gespielt wurde, große Wellen geschlagen.

Tipp 2: Die Reichweite von Trends nutzen

Trends nutzen, die zur Marke passen

TikTok ist die Trend-Plattform. Über Trends können enorme Reichweiten erzielt werden. Für Marken ist es daher wichtig, diese ebenfalls zu bedienen. Dabei sollte in der Contentstrategie aber nicht nur auf Trends gesetzt werden, sondern sie sollten diese eher ergänzen.

Wie eine Marke sich TikTok Trends zunutze machen kann

  • Täglicher Trend-Check die „For You“-Page und das TikTok Creative Center zum Spotten aktueller Trends nutzen
  • Schnell sein virale Trends halten oft nur wenige Tage!
  • Adaption – Trends kreativ an die eigene Marke anpassen, statt sie 1:1 zu kopieren
  • Nicht einfach jeden Trend mitmachen um authentisch zu bleiben, sollten nur Trends genutzt werden, die zur Marke oder Branche passen
  • Etwas Eigenhumor schadet nicht – es wirkt sympathisch, wenn Marken sich selbst nicht zu ernst nehmen und auch mal mit einem Augenzwinkern kommunizieren

 

Best Practice Beispiele: Ryanair und die Deutsche Bahn nutzen freche Memes und Trends, um sich als humorvolle Transportdienstleister zu positionieren – mit großem Erfolg.

Tipp 3: Community-Engagement priorisieren

Marken müssen in den aktiven Austausch mit ihrer Tiktok-Community gehen und die Perspektive wechseln

TikTok ist keine Einbahnstraße. Marken, die nur senden, aber nicht zuhören, verlieren an Relevanz. Sie müssen eine vernetzte und engagierte Community aufbauen und so ihre Reichweite und ihren Wert steigern. Ein offener, sensibler Austausch zwischen Marken und Nutzer:innen ermöglicht neben der Markenkommunikation in nativer und zielgruppengerechter Ansprache auch mehr Zugänglichkeit und emotionale Resonanz.

Wie das Engagement mit der Community gesteigert wird

  • Auf Kommentare und Nachrichten antworten jede Interaktion kann die Reichweite erhöhen
  • Proaktives Community Management – nicht nur auf Kommentare oder Fragen reagieren, sondern selbst Anreize setzen und aktiv den Austausch mit der Community fördern. Es sollte auch unter (trendendem) Fremdcontent und User-generated Content kommentiert werden, um Präsenz zu zeigen
  • Duette, Stitches & Videoantworten nutzen auf (virale) Inhalte der Community reagieren
  • Monitoring & Krisenmanagement Stimmungen innerhalb der Community tracken und schnell auf potenzielle Probleme oder negative Kommentare reagieren
  • Passender Tone of Voice die Tonalität der eigenen Community verstehen und darauf abgestimmt kommunizieren. Marken sollten sich dabei selbst nicht immer zu ernst nehmen, dürfen aber Haltung zeigen

 

Best Practice Beispiele: ProSieben kommuniziert auf TikTok locker, lässig, frech und leicht polarisierend –zielgruppengerecht als „BroSieben“. Dadurch werden Diskurse entfacht, die eine große Reichweite erzielen und die Nutzer:innen warten quasi schon auf den nächsten „Brand-Beef“.

Tipp 4: Der richtige Einsatz von Creators und Influencer:innen

Die Chemie zwischen Marken und Creator muss stimmen, damit der Content ankommt

„Brand Chem“ oder auch Markenchemie ist auf TikTok angesagt. Rein werbliche Influencer-Aktivitäten an den Usern vorbei funktionieren auf TikTok selten, stattdessen sind durchdachte Maßnahmen mit Influencer:innen und Creators im Kosmos der Community gefragt. Glaubwürdigkeit und ihr Marken-Fit entscheiden über den Erfolg der Brand.

Was bei TikTok im Influencer- und Creator-Marketing beachtet werden muss

  • Authentizität – mit authentischen TikTok-Creators zusammenarbeiten, statt mit nichtssagenden Werbegesichtern
  • Marken-Fit – Creators so wählen, dass sie auch wirklich zur Marke oder Nische passen
  • Den Creators kreative Freiheit lassen – durchgeskriptete Werbung wirkt unglaubwürdig. Als Orientierung können grobe Guidelines oder „Dos and Don’ts“ mitgegeben werden
  • Zusätzlich auch auf Micro-Influencer:innen setzen – sie haben oft höhere Engagement-Rates als Mega-Stars

 

Best Practice Beispiel: Deichmann setzt stark auf Creators und erzielt damit organisch Millionen Views. Aber auch die Kooperationen mit Influencer:innen und Testimonials sind gut durchdacht. Zum Valentinstag hat die Marke mit dem Modedesigner Harald Glööckler kooperiert, der seinen zum Meme gewordenen „MANN!“-Ausraster aus der TV-Fashion-Show „My Style Rocks“ neu inszeniert zum Besten.

Tipp 5: TikTok Paid Ads sind der Gamechanger – ohne sie geht es kaum noch

Damit guter Markencontent nicht in den Tiefen des Algorithmus untergeht und Reichweite erzielt, muss er zusätzlich Paid unterstützt werden

TikTok hat sich verändert: Die Plattform ist inzwischen ein etablierter Marketingkanal. Damit einher geht eine entsprechende Monetarisierung des Inventars. Genau wie andere Social Media Netzwerke will TikTok Geld verdienen. Auch ist der Algorithmus mit zunehmender Masse an Nutzer:innen und Content immer komplexer geworden. Rein organische Strategien stoßen an ihre Grenzen. Wer 2025 eine starke Markenpräsenz aufbauen und Reichweite erzielen will, kommt an der Unterstützung durch Paid Ads bei TikTok kaum herum.

 

Wie eine geeignete TikTok Ads Herangehensweise aussieht

  • TikTok In-Feed Ads nutzen – Image Ads, Video Ads oder Carousel Ads
  • Organisch gut performende Inhalte boosten – mit Spark Ads
  • Retargeting nutzen – um Nutzer nach ihrer ersten Interaktion erneut anzusprechen
  • Verschiedene Creatives mit A/B-Testing testen – TikTok belohnt kreative Vielfalt
  • Conversions tracken – mit dem TikTok Pixel

Relevante TikTok Ad-Formate

  • Spark Ads: Bestehende TikTok-Videos (auch von Creators) werden als Ads ausgespielt – organische Wirkung mit Paid Boost
  • In-Feed Ads: Klassische TikTok Ads, die zwischen den Videos im Feed erscheinen
  • TopView Ads: Premium-Platzierung – das erste Video, das ein:e Nutzer:in beim Öffnen der App sieht
  • Branded Effects: Erstellung eigener gebrandeter Effekte, die User:innen nutzen können
  • Branded Mission: Inhalte & Creatorvideos aus der Community werden als Anzeigen genutzt (Crowdsourcing)
  • Collection Ads & Shopping Ads: Direkte Kaufmöglichkeiten über TikTok – perfekt für E-Commerce

Fazit: TikTok 2025-Erfolgsformel für Marken – Kreativität, Trends, Community, Multiplikatoren & Ads Power

Erfolgreiche Marken setzen auf kreativen Content, virale Trends, Community-Engagement, Creator-Kollaborationen und Paid Ads

Um auf TikTok 2025 erfolgreich zu sein, müssen Marken authentisch, kreativ und trendbewusst kommunizieren. Generische Werbung funktioniert kaum noch – stattdessen zählen emotionales Storytelling, Humor, Community-Interaktion und kreativ-moderne Content-Formate. Virale Trends sollten gezielt genutzt, die Community aktiv eingebunden und Creators sinnvoll integriert werden. Zudem sind Paid Ads unerlässlich, um organischen Content zu verstärken und die Reichweite zu maximieren. Ein guter Content-Mix und die richtige Mischung aus organischer und bezahlter Strategie führen zu nachhaltigem Erfolg auf der Plattform.

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